Wer hat das meiste Glück in der Bundesliga?

Fast so lange wie es die Bundesliga gibt, existiert der Mythos vom Bayern Dusel. Diese geheime Kraft, die die Spiele am Ende vermeintlich immer für den Rekordmeister ausgehen lassen. Auch anderen Vereinen wird mitunter unterstellt, mit mehr Glück als Können ins Stadion einzulaufen. Sportwetten.de zeigt euch den Stand nach dem 13. Spieltag.

Unsere Experten von read the game haben sich dem Thema einmal genauer gewidmet und die laufende Saison analysiert. Bei wem traf der Gegner alles, aber nie das Tor? Wer vollbrachte jedoch selbst kontinuierlich das Kunststück, den Ball vom Gegner zugestolpert zu bekommen, um es über den Umweg Latte und Hinterkopf des Torhüters klingeln zu lassen? Diese Glücksbilanz zeigt es.

 

Hannover 96: Die Glücksritter unter den Kellerkindern

Hannover 96 stürzt die TSG 1899 Hoffenheim vom Thron! Mit einer Glücksbilanz von +27 führt man das Glücksranking an. Möglich gemacht hat den Gipfelsturm eine enorme „Glückssteigerung“ in den letzten drei Partien. Insgesamt sieben Glückspunkte konnte der Tabellenvorletzte in den Spielen gegen Wolfsburg (5), Gladbach (1) und Hertha (1) einsammeln. Ausschlaggebend waren vor allem die nicht genutzten Großchancen der Gegner: 21 Mal ließen die genannten Vereine zusammen hochkarätige Chancen liegen, weshalb sie in Hannover von Glück reden können, dass es nicht drei Debakel hintereinander gab. Zusammen mit Düsseldorf, Hoffenheim und Augsburg weisen sie den Top-Wert in dieser Kategorie auf. Dahinter folgen Bremen und Mainz mit jeweils 20 Großchancen, die der Gegner liegen ließ.

Mainzer Glücksmännchen

Stabil auf auf Platz zwei folgt im Glücksranking Mainz 05. Die Mainzer weisen neben Hannover die wenigsten Pechpunkte der Liga auf (5), da sie lediglich einmal selbst das Aluminium trafen und vier Gegentore mit Zufallsmerkmalen kassierten. Dafür scheinen die eigenen Pfosten geradezu die gegnerischen Bälle anzuziehen: Zusammen mit Hoffenheim hatte Mainz acht Mal Glück, dass nur das Alu, und nicht das Tor getroffen wurde. Bestwert in dieser Kategorie.

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Alles oder nichts beim FC Bayern München 

Einzigartig oder gar in etwas „Spitze“ ist der FC Bayern München aktuell eigentlich nur in der Klatschspalte der Bundesliga Berichterstattung. Sportlich bleibt jedoch festzuhalten, dass die Bayern ligaweit das einzige Team sind, das bisher nicht einen gegnerischen Alutreffer zu verzeichnen hatte. Stattdessen galt das alte Kreisliga-Motto: „Drin oder Parkplatz.“

 

Borussia Dortmund hat die meisten Zufallstreffer

Glücksgefühle verspüren in Dortmund nicht nur die Fans beim Anblick der Tabelle sondern offensichtlich auch die Spieler beim Torabschluss. Borussia Dortmund ist das Team in der Bundesliga, das die meisten Tore mit Zufallsmerkmal erzielt hat (12). Mit einer Gesamt-Glücksbilanz von +18 steht der Tabellenführer der Bundesliga im Glücksranking auf Rang sieben.

Auffällig ist, dass die Teams mit den meisten „Glückstoren“ die Plätze eins bis drei in der Bundesliga belegen: Dortmund (12), Gladbach (7) und Leipzig (9). Und auch die derzeit furios aufspielende Eintracht aus Frankfurt hat bereits acht Zufallstore in ihrer Bilanz aufzuweisen.

 

Ob nun ausgleichende Gerechtigkeit oder nicht: Die Dortmunder sind es auch, die die meisten Gegentore mit einem Zufallsfaktor kassierten (9). Gleichauf ist der BVB in dieser Kategorie mit Augsburg, Stuttgart und Nürnberg.

Die Schwaben finden ihr Glück nur auswärts

Typisch Schwaben: Daheim nichts gebacken bekommen, aber in der Fremde auf einmal das Glück gepachtet. In der heimischen Mercedes-Benz Arena hat man lediglich eine Glücksbilanz von +3 und belegt damit Rang 16 im Heimranking. Auswärts hingegen steht der VfB mit einer Bilanz von +12 auf dem vierten Platz. Die Ursache: Sobald die Stuttgarter als Gast auftreten, lässt der Gegner reihenweise Großchancen ungenutzt liegen. Sind die Schwaben jedoch Gastgeber, findet fast jeder Schuss sein Ziel.

 

Wie setzt sich die Glückstabelle zusammen?

Anhand definierter Spielevents wird gezählt, wie oft ein Team in den Spielen Glück hatte oder eben nicht. Die Gesamtzahl dieser Events sind die Glückspunkte. Ein Team hat beispielsweise in der Defensive einen Glückspunkt verbucht, wenn der Gegner eine Großchance nicht nutzen konnte und/oder den Pfosten traf. „Pech“ und somit einen Punkt Abzug erhält ein Team, wenn der Gegner ein Tor erzielt, bei dem der Zufall (abgefälscht, Abpraller, Aluminium, Ball vom Gegner, Distanzschuss, Torwart) mitwirkt. Genauso gibt es in der Offensive Punkte für Tore mit Zufallsfaktor und Abzüge bei Pfostentreffern. Das hat jedoch nichts mit den erzielten Punkten in der realen Bundesligatabelle zu tun.