Welche Position wirft die meisten Tore in der Bundesliga?

Der Sportwetten.de-Check

Handball ist nach wie vor eine der aufregendsten Sportarten der Welt. Harte Zweikämpfe, faszinierende Kombinationen und immer wieder sehenswerte Abschlüsse von allen Positionen. Und das alles im mitunter gefühlten Sekundentakt. Durch die Regeländerungen der letzten Jahre zählen zunehmend auch die schnelle und präzise Abschlussstärke der Torhüter. Vor dem 15. Spieltag sind jedoch erst sechs Torhütertreffer zu verzeichnen gewesen. Die meisten der bisher knapp 6.700 Tore in dieser Saison wurden in der Handball Bundesliga von den Feldspielern erzielt. Sportwetten.de hat einmal genauer hingeschaut, von wo am meisten getroffen wird und ob es noch die gute alte Königsposition gibt.

Kreisspieler – Hauen, stechen, sperren

Seit es den Handballsport gibt, leisten die Spieler am Kreis wohl den härtesten und zuweilen undankbarsten Job. Sie schaffen Räume für ihre Mitspieler und bekommen zum Dank die zupackende Art ihrer Gegner zu spüren. Da kommt offensichtlich das Tore werfen oft zu kurz. Im Bundesligavergleich fallen die wenigsten Tore vom Kreis. Lediglich 13,7 Prozent der knapp 6.700 Tore erzielen Kreisläufer. Am erfolgreichsten werden sie jedoch bei den Rhein-Neckar Löwen (78 Tore), der TSV Hannover-Burgdorf (71) und dem THW Kiel (68) ins Spiel eingebunden.

Rückraum Mitte – Spielmacher, aber selten Tormaschinen

Betrachtet man die Toranzahl aller Vereine in der Bundesliga als ein Ganzes, haben die Spieler auf der Rückraum Mitte den zweitgeringsten Anteil an selbst erzielten Treffern (15 %). Vielmehr leiten die Spielmacher die tor- und siegbringenden Angriffe ein, als sie selbst zu verwerten. Aber wie überall, bestätigen Ausnahmen die Regel. Beim TVB 1898 Stuttgart (93 Tore), der MT Melsungen (90) und dem VfL Gummersbach (84) werden die meisten Tore von der Rückraum Mitte erzielt. Geht man auf die Spielerebene, sieht man schnell die Gründe für diese Ausreißer in der Statistik. Der bis zu seiner Handverletzung überragend aufspielende Mimi Kraus (Stuttgart) kommt bis zum 14. Spieltag bereits auf 70 Tore. Dicht auf den Fersen ist dem Weltmeister von 2007 der Spielmacher der Gummersbacher Pouya Norouzinezhad Gharehlou (64 Tore). Derweil ist der hohe Wert bei den Melsungern eine echte Teamleistung: Lasse Mikkelsen (43 Tore) Domagoj Pavlovic (36 Tore) und Timm Schneider (11 Tore) wechselten sich bisher immer fleißig ab beim Tore werfen.

Linksaußen – Stefan Kretzschmars Erbe

Nach 421 Bundesligaspielen und 1.694 Treffer hing Stefan Kretzschmar im Jahr 2007 seine Handballschuhe an den Nagel. Sein legitimer Erbe in puncto Optik und Treffsicherheit spielt natürlich bei “Kretzsches” Ex-Club dem SC Magdeburg. Fast 30 Prozent oder 141 der über 470 Saisontore fielen beim SCM bisher über Linksaußen. 139 der Tore erzielte Linksaußen Matthias Musche. Das ist der Spitzenwert in der Handball Bundesliga. Denn der ligaweite Durchschnitt liegt bei lediglich 16 Prozent. Nach Magdeburg sind Tabellenführer Flensburg mit 98 Treffern und  FRISCH AUF! Göpping (84 Tore) die erfolgreichsten Team über Linksaußen.

Rückraum rechts – die dritte Kraft im Handball

Die Spieler im rechten Rückraum fristen seit jeher ein Dasein im Schatten ihrer Mitspieler im linken Rückraum. Häufig ist das Spiel auf die andere Seite zugeschnitten. Und auch in der laufenden Saison zeichnet sich ab, dass die Spieler auf Rechts im Rückraum zu weniger Toren kommen. Nach 14 Spieltagen kommen die Linkshänder im Rückraum auf 1.108 Tore und steuerten somit knapp 16,8 Prozent der Treffer in der Bundesliga bei. Besonders in Minden (93 Tore), Erlangen (87) und Leipzig (79) trumpfen die Rückraum-Asse über echts auf.

Rechtsaußen – Verrückt und treffsicher

Neben den Torhütern gelten die Rechtsaußen und somit in der Regel Linkshänder quer durch alle Klassen stets als die Exoten. Immer etwas extrovertierter, kreativer und verspielter als der Rest des Teams, aber genau deshalb auch so wertvoll für den Erfolg der Mannschaft. Beachtlich: Im Ligavergleich werfen die Rechtsaußen die zweitmeisten Tore (1.148 oder 17,4 %). Spitzenreiter auf Teamebene ist der TBV Lemgo Lippe (113 Tore oder 33,9 %). Was auf den ersten Blick vielleicht überrascht, ist eigentlich nur konsequent. Schließlich ist Lemgos Trainer niemand geringeres als Florian Kehrmann, ehemaliger Weltklasse Handballer auf Rechtsaußen und Weltmeister von 2007.

Hauptverantwortlich für die guten Zahlen ist Kehrmanns Schützling Tim Hornke mit bis dato 93 Saisontreffern. Hinter Lemgo reihen sich in dieser Kategorie der THW Kiel (93 Tore /21,9 %) und der Bergischer HC (92 Tore / 24 %) ein. Erfolgreichster Akteur ist im übrigen Christoph Steinert (83 Tore) vom HC Erlangen.

Königsposition: Der Rückraum links bleibt die Nummer 1

Für den Bestwert sorgen die Spieler im Rückraum Links. 1.362 oder 20,6 Prozent der bisher erzielten Treffer in der Bundesliga gehen auf das Konto eines Spielers im linken Rückraum. Der Spitzenwert kommt aus der Hauptstadt: Die Füchse warfen bisher 151 Tore über links. Dabei wurde Paul Drux, Superstar und Deutschlands große Hoffnung für die Heim-WM im Frühjahr, zuletzt immer wieder von Verletzungen heimgesucht. Dafür ist Leipzigs Philipp Weber deutlich treffsicherer unterwegs. Ingesamt 74 Stück hat der Rückraumspieler bisher erzielt. Den Füchsen aus Berlin folgen in diesem Ranking der Bergischer HC (95 Tore) und Kiel (93).

Die Daten stammen von der Seite www.dkb-handball-bundesligaclubs.de.