Schöner Advent – nur nicht für die Spieler

Die Jahreszeit, in der die DEL boomt

Es ist Dezember. Für das Eishockey mit der großartigste Monat. Es wird kalt, die Leute entwickeln ein Wintergefühl – und mit ihm ein Wintersportgefühl. Dezember ist der besucherstärkste Monat in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Besonders die Tage „zwischen den Jahren“. Der zweite Weihnachtsfeiertag hat Ausverkauft-Garantie. Die Fans sind froh, wenn sie Weihnachten zuhause für ein paar Stunden entkommen. Und bis Silvester haben die meisten frei, da stört ein Abendtermin im Eisstadion nicht, man kann am nächsten Tag ja ausschlafen. Und dieser für die Vereins traumhafte Zustand zieht sich sogar bis in den Januar, bis zum Dreikönigstag. Der Fußball hat Pause, auch das kommt begünstigend dazu.

13 Spiele in 29 Tagen

Feine Sache – nur nicht für die Spieler. Besonders stark strapaziert werden die des Deutschen Meisters EHC München. Mit der Partie vom Sonntag (5:1 gegen Wolfsburg) sieht der Spielplan bis zum 30. Dezember elf Spiele vor. Dazu kommen die Verpflichtungen im Viertelfinale der Champions Hockey League, diesen Dienstag ist das Hinspiel gegen Malmö, die Woche darauf geht es nach Schweden. Macht 13 Matches in 29 Tagen. Also eines eher alle zwei als alle drei Tage. Und es sind reichlich brisante dabei. Zweimal in der Adventszeit erwartet München, der aktuell Zweite, den Spitzenreiter Adler Mannheim (am kommenden Sonntag und dann schon wieder am 21. Dezember).

Am Tag vor Heiligabend noch weite Reisen

Wann also soll ein Eishockeyspieler mal Geschenke kaufen? Geht wahrscheinlich nur noch online aus dem Mannschaftsbus heraus. Und als Lieferadresse die Kabine angeben – recht viel mehr bekommt der DEL-Crack im Dezember nicht zu sehen. Überhaupt muss er auch hoffen, dass er an Heiligabend daheim ist. Dieses Jahr ist auch der 23. Dezember DEL-Spieltag, ein Sonntag. Wenigstens hat die Liga die beiden Begegnungen, bei denen das Gäste-Team die weiteste Heimreise anzutreten hat, auf 14 Uhr angesetzt. Da spielen die Münchner in Bremerhaven, die Straubinger in Wolfsburg. Die Nürnberg Ice Tigers hingegen sind in Mannheim erst um 19.30 Uhr dran. Sie werden also erst am 24. Dezember zurückkehren.

Nürnbergs Bürde Spengler Cup

Und nicht lange bleiben. Denn sie erwartet eine Sonderaufgabe. Sie wurden eingeladen zum Spengler Cup nach Davos in die Schweizer Berge, eine große Ehre, sagt man niemals ab. Doch die Ice Tigers erwartet die Ehre zur Unzeit. In der DEL sind sie seit Saisonbeginn in der Krise – und dürfen sich vor den Augen der Fachwelt in Davos nicht blamieren. Die Nürnberger verpassen die DEL-Spieltage am 26., 28. und 30 Dezember. Die müssen sie nachholen. Ihr Wiedereinstieg in den deutschen Spielbetrieb ist am 3. Januar in Berlin. Berglandschaft in Europas höchster Stadt, dann weiter in Deutschlands Metropole – die Eistiger werden nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht.

Nürnberg – München: Das Ehliz-Spiel

Diesen Freitag erwartet die Franken erst einmal ihr bayerisches Derby gegen München. Ein aufgeladenes Spiel, weil der langjährige Nürnberger Nationalspieler Yasin Ehliz vor ein paar Wochen nach München gewechselt ist. Man ist sich seitdem gram. Man sollte sich aussprechen. Aber: Wann? Der Dezember ist voll.