Derbypleite a la Schwarzgelb – Spielanalyse des Revierderby (S04 vs. BVB)

30. Spieltag: Schalke 04 besiegt Borussia Dortmund

Vermeidbare Gegentore, ein verletzter Batsman und dann auch noch auf Platz 4 in der Tabelle abgerutscht. Für den BVB hätte das Revierderby eigentlich nicht schlechter laufen können.

Mit reichlich Tempo und stabilen Abwehrreihen gingen die Ruhrpott Rivalen ins Derby. Den stürmischen Anfangsminuten folgte aufgrund dieser Konstellation jedoch auch eine rasche Ernüchterung. In Erinnerung blieben daher lediglich 2 Chancen, bezeichnenderweise beides Schüsse aus der Distanz.  Schalkes Schöpf machte den Auftakt und hatte den Führungstreffer bei seinem Schuss fernab des Strafraums auf dem Fuß. Der österreichische Fußballer prägte das Derby entscheidend mit – am Ende war kein anderer Schalker öfter eingebunden in die Ballkontrollphasen seines Teams. Doch Bürki präsentierte bei Schöpfs Schuss seine gesamte Armlänge und konnte den Ball somit per Glanzparade aus dem Toreck wischen (5.). Genauso wenig Erfolg hatte Dortmunds Reus bei seinem Versuch gegen Schalkes Torhüter Fährmann (24.).

Endhaltestelle Zweikämpfe 

Ein Spielfluss wollte weder bei Dortmund noch bei Schalke 04 entstehen. Ist man das bei den Knappen bereits die gesamte Saison lang gewohnt und zugleich über den damit erzielten Erfolg erstaunt, passten sich die Dortmunder unerfreulicherweise dem Niveau an. Selten ging eine Passfolge länger als drei Stationen, da grätschte schon ein Gegner herbei und erstickte das Spiel erneut im Keim.

Schmelzer patzt, Konoplyanka knipst

Kaum erklang der Wiederanpfiff, nahm das schwarzgelbe Unheil seinen Lauf. Kapitän Schmelzer überließ Caligiuri, Schalkes aktuell bestem Mann, unfreiwillig den Ball. Der königsblaue Flügelflitzer schaltete schneller als die Dortmunder Hintermannschaft und setzte nach kurzem Solo Konoplyanka in Szene. Der Ukrainer nahm den Freiraum dankend an und schloss humorlos ins kurze Eck ab (50.). Die Torvorlage war nicht der letzte Streich von Caligiuri – am Ende war er in 63 % aller Schalker Torschüsse involviert. 

Härter als Konoplyankas Schuss hätte die Borussia nicht einmal ein Haken seiner ukrainischen Landsmänner den Klitschkos treffen können. Vergleichbar stark taumelte jedoch der BVB nun durch die Partie. In der Offensive fand man erst in der Schlussviertelstunde wieder einen Zugriff auf das Spiel. Jedoch konnten weder der eingewechselte Schürrle (75.), Reus (77.) oder Batshuayi (81.) den Ausgleich erzielen. 

Knock-Out per Freistoßhammer

In der 82. Minute setzte sich der Derby-King Naldo die Krone auf. Sein Freistoßhammer aus 28 Metern ließ nicht nur die Mauer schlecht aussehen, sondern machte die Vize-Meisterschaft vermutlich vorzeitig klar. Von dem Schock erholte sich der BVB nicht mehr, es kam stattdessen noch schlimmer. Praktisch mit der letzten Spielsszene verletzte sich die Winterleihe Batshuayi schwer am Fuß. Kurz darauf wurde das Spiel abgepfiffen.

Ausblick

Mit einem weiteren Sieg (1,95) beim Gastspiel in Köln könnte Schalke 04 vermutlich die Heimmannschaft schon endgültig in die 2. Bundesliga verabschieden. Derweil empfängt der BVB das aktuell torhungrigste Team der Bundesliga: Bayer 04 Leverkusen. Ein Sieg (2,20) muss her im direkten Duell um die Qualifikation zur Champions League.