Retro-Duell statt großer Samstagabend-Show

Niederlande vs. Deutschland

Die Niederländer haben in den letzten Jahren deutlich mehr Zeit für ihr liebstes Hobby aufbringen können, als es ihnen lieb war. Denn das Befahren deutscher Autobahnen mit ihren Wohnwagen auf Touren quer durch Europa musste sich keinem Turnierplan unterwerfen. Seit der WM 2014 war man nirgends mehr dabei. Mit neuem Trainer und Personal soll es nun wieder bergauf gehen. Aber erstmal setzte es eine Niederlage gegen Frankreich, folgte die zweite Pleite gegen den Erzfeind (Sieg DFB: 2,10)?

Was Euch erwartet?

Vermutlich kein Leckerbissen mit vielen Toren (Under 1,5 Tore: 3,95). Bundestrainer Jogi Löw kassierte im Vorfeld der Partie mehr Absagen als alleinerziehende Mütter auf Jobsuche in Deutschland. Fällt bis Samstag noch einer in der Offensive aus, feiert Sandro Wagner vielleicht doch noch sein Comeback. Doch auch die Spieler, die vor Ort sind, befinden sich nicht gerade in einem Leistungshoch. Die Bayern-Fraktion beispielsweise hat mittlerweile auch im Verein mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie der DFB bei der WM. Gegen defensive Gegner findet man keinen Weg mehr durch die Abwehr, dafür bietet man den gegnerischen Angreifern mehr als nur eine Gasse durch die eigenen Reihen. (1. Tor NED: 2,30) Und die Schaltzentrale scheint ebenfalls mit mächtig Sand im Gepäck ins DFB-Lager nach Berlin gereist zu sein. Toni Kroos, Deutschlands Spielmacher, kämpft gerade bei Real Madrid mit der ersten Dürreperiode nach dem Ronaldo Abgang im Sommer. Seit knapp über 400 Minuten gelang den Königlichen kein Treffer, das nagt auch an ihm.

Hinten Klasse, vorne ein Versprechen

Wie gut, dass die Niederlande ebenfalls weit von einer Spitzenform entfernt ist. Gegen den Weltmeister setzte es ein verdientes 2:1. Die größte Qualität im Kader ist auf die Innenverteidigung vereint. Und das allein unterstreicht die Krise, in der das Nachbarland steckt. Während Stefan de Vrij (Inter Mailand) und vor allem Virgil van Dijk (Liverpool) zu den besten Innenverteidigern aktuell in Europa gehören und ein Youngster wie Matthijs de Ligt (Ajax) auf dem besten Weg dorthin ist, sieht die Lage in der Offensive bereits ernüchternder aus. Allerdings ist die Lage alles andere als hoffnungslos. Mit Memphis Depay (Lyon), mit 24 Jahren kein Talent mehr, aber endlich konstant erfolgreich im Verein, verfügt die Niederlande über einen guten Angreifer. Zudem steht Justin Kluivert (AS Rom) als großes Versprechen im Kader. Der Sohn der einstigen Stürmerlegende Patrick Kluivert soll in den kommenden Jahren den Glanz vergangener Jahre zurückbringen. Zudem wird mit Donny van de Beek (Ajax) ein Mittelfeldspieler mitwirken, der zuletzt die Bayern in der Champions League mächtig unter Druck setzte.

Auf wen kommt es an?

Mit Timo Werner (Leipzig) präsentiert sich zumindest ein Angreifer beim DFB aktuell wieder in Torlaune. Gegen Nürnberg netzte der Stürmer am Wochenende doppelt ein. Zudem ist Leroy Sané gut in die Saison gekommen. Bei Manchester City konnte er bereits einmal selber treffen und legte zudem zwei Treffer in der Liga sowie ein Tor in der Champions League auf. Bei den Niederländern ruhen die Hoffnungen auf Depay sowie einen glücklichen Moment, wie zuletzt gegen Frankreich. Mit dem ersten Schuss auf den Kasten des Weltmeisters konnte Alt-Star Ryan Babel den Ausgleich markieren. Folgt die Wiederholung gegen Deutschland?