Mit dem Flicks-Bus zurück zum Erfolg

FC Bayern München vs. Borussia Dortmund

Eine Woche vor dem deutschen Gipfeltreffen des Fußballs entlässt der FC Bayern München (1,55) seinen Cheftrainer Niko Kovac und geht mit mehr angeschlagenen Kräften in die Partie gegen Borussia Dortmund (5,48) als eine Kreisligatruppe auf Abschlussfahrt im Bierkönig auf Mallorca – zwei Stunden nach der Landung.

Was Euch erwartet?

Vielleicht ja eine Wiedergeburt. Denn eins ist klar – Dortmunds letzten zwei Auftritte in München waren vergleichbar mit dem Abschneiden Deutschlands beim Eurovision Songcontest: Peinlich und erfolglos. In Summe: Null Punkte, aber 0:11 Tore. Und auch in dieser Saison beweist der BVB alles, außer defensive Stabilität. Elf Gegentore nach zehn Spieltagen sind einem Meisterkandidaten nicht zwingend würdig. Positiv: Auch bei Bayern München herrschte zuletzt öfter Tag der offenen Tür als in allen Museen der Bayerischen Landeshauptstadt zusammen (16 Gegentore). Aber: Zweimal lag das Team von Lucien Favre bereits vor der 15. Minute gegen weniger prominente Gegner als den Rekordmeister zurück. Einmal konnte man die Partie noch in einen Sieg umwandeln. Und unter Kovac war nicht alles schlecht: Viermal ging der FC Bayern München früh in Führung, dreimal davon daheim. Bilanz: Zwei Siege, ein Unentschieden (1. Tor 1.HZ FCB: 1,76).

Flick-Tricks gegen Dortmunds Standardschwäche

Am Ende muss es nicht mal schöner, aber wirkungsvoller Fußball sein, der beim FC Bayern München wieder für Sonnenschein sorgt. Borussia Dortmund hat auch in dieser Saison erneut mit Toren nach Standards zu kämpfen (36 % aller Gegentore) – allesamt nach Ecken. Allein nach ruhenden Bällen schossen die Bayern acht Tore. Zumal nun Hansi Flick das Sagen hat – bekanntlich der ehemalige Experte für das Thema Standards unter Jogi Löw in der Nationalmannschaft. Da wünscht man der BVB-Abwehr schon mal vorab “Glück auf”!

Also wird es Dortmund vor allem um das verhindern von Toren gehen müssen bzw. das Kaltstellen von Robert Lewandowski zu organisieren. Bleibt die Partie bis zur Pause offen, kommt auch die schwarzgelbe Abteilung Attacke in Schwung. Nicht nur die Champions League Partie gegen Inter Mailand unterstrich erneut die Offensivpower in zweiten Hälfte (16 von 23 Toren). Allein sechs Treffer schoss Dortmund kurz vor Abpfiff. Paradedisziplin unter Favre ist der Positionsangriff (56,5 % aller Tore). Kombiniert sich der BVB in die Bayernhälfte, droht Gefahr für Manuel Neuer und das Nervenkostüm von Uli Hoeneß.

Auf wen kommt es an?

Marco Reus und Jadon Sancho sind fraglich für den deutschen Classico. Das sind bekanntlich nur die Lebensversicherungen der Dortmunder. Sollten beide ausfallen, liegt darin aber auch die Chance für die Ersatzspieler Brandt, Hazard und Guerreiro ihren Stellenwert im Team nochmal deutlich auszubauen – am besten mit Toren. Beim FC Bayern München gilt derweil – Lewandowski oder nichts. Der Pole ist an 61 Prozent aller Tore des Teams beteiligt. Da nicht sogar Zlatan Ibrahimovic anerkennend.

Ausblick

Ein Wundertüte erwartet Fans und Spieler am Wochenende. Diverse angeschlagene Spieler, ein neuer Trainer und die Spiele unter der Woche hinterlassen bekanntlich ebenfalls ihre Spuren auf beiden Seiten. Sollte der FC Bayern München keine überraschende Rückkehr zum fast fehlerfreien Pep-Fußball feiern, ist eine Punkteteilung (4,50) oder ein später Sieg im Rahmen des möglichen.