Eishockey-Kolumne: Große Duelle in der DEL

Die kroatisch-slowenische Penalty-Show

Das große Duell des DEL-Wochenendes in Deutschland fand zwischen einem Slowenen und einem Kroaten statt. Aus ausgewiesenen Eishockey-Nationen kommen beide wahrlich nicht – dennoch sind sie die wohl besten Spieler ihrer Teams Bremerhaven und Mannheim. Die trennten sich am Sonntag nach regulärer Spielzeit von 60 Minuten und fünf Minuten Verlängerungszuschlag 3:3. Die Partie musste im Penaltyschießen entschieden werden. Das geht so: Jeder Trainer nominiert drei verschiedene Schützen. Ist dann noch keine Entscheidung gefallen, kann ein Spieler immer wieder antreten.

Inoffizieller Weltrekordhalter bei im Penaltyschießen verwandelten Penaltys ist der Amerikaner T.J. Oshie, der bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi die Russen mit seinem Spezialkönnen schockte: Vier Treffer! Nun in der DEL erzielte der Kroate Borna Rendulic drei Tore auf diese Weise. Er traf für die Adler Mannheim. Sein Gegenspieler: Bremerhavens slowenische Wuchtbrumme Jan Urbas. Auch er trag dreimal an und traf zweimal – starke Quote, aber nicht gut genug, um gegen Rendulic zu bestehen. Der sagte hinterher, für seinen ersten Penalty habe er eine Strategie gehabt, für den zweiten auch, doch auf dem Weg zum Tor änderte er sie. „Der dritte war dann Freestyle.“ Rendulic, 27, punktete jedenfalls im 11. Spiel in Folge – kein anderer Akteur in der DEL hat einen solchen Lauf.

München und Mannheim fast torgleich

Rendulic, der schon in Nordamerika und Russland gespielt hat, ist ein Grund, warum der Glaube gewachsen ist, die Adler Mannheim könnten ihren Meistertitel verteidigen. Und vielleicht doch noch die Hauptrunde als Erster abschließen. Weiter steht der EHC München vorne, doch sechs Punkte Abstand sind nicht die Welt. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass München noch ein Spiel in Mannheim vor sich hat. Dass die beiden Teams gleichwertig sind, zeigt auch das fast identische Torverhältnis: München schoss bisher 151 Tore, Mannheim 152; München kassierte 107 Gegentreffer, Mannheim 109. Die letzten neun Spieltage der DEL werden an der Spitze noch ein großes Duell erleben. Vielleicht aber auch eines zwischen Mannheim und Straubing um Platz zwei. Die frechen Tigers aus Niederbayern und der kleinsten Stadt der Liga sind nur drei Punkte von den reichen Adlern entfernt. Drei Punkte – ein Match.

Köln gegen Köln – die 13er-Serie

Der Modus der DEL, oft kritisiert, weil das Vorspiel mit 52 Spieltagen lang ist, bewährt sich wieder einmal. Düsseldorf, Ingolstadt, vielleicht auch noch Wolfsburg, Nürnberg und Augsburg rangeln um Platz sechs und die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale. Oder eben um die beste Ausgangsposition für die Pre-Playoffs der Plätze sieben bis zehn. Wer nicht mehr mitrangelt, das sind die Kölner Haie mit ihrem Vereinsrekord von 13 Niederlagen am Stück. Eine Serie, für die niemand eine Erklärung findet. Am ehesten noch: Die Haie stehen sich selbst im Weg. Köln gegen Köln – auch das ein Duell in der DEL.

Länderspiele oder Urlaub

Für die letzte Etappe der Saison werden alle noch einmal ihre Kräfte mobilisieren. Der Spielplan der DEL schenkt den 14 Vereinen ein freies Wochenende, das alle dankbar annehmen. Grund der Pause: Internationaler Rahmentermin. Deutschlands Perspektivteam für Olympia 2022 in Peking spielt am Donnerstag und Freitag in der Schweiz. Nominiert sind ausschließlich Spieler unter 25 Jahren. Die verkraften die beiden zusätzlichen Spiele. Alle Älteren haben Urlaub. Sie brauchen ihn.