Eishockey-Kolumne

 Die Hits zum Hauptrunden-Ausklang

Hat Nürnberg schon Handtücher bestellt?

Die Nürnberg Ice Tigers haben ein Problem: Sie wissen noch nicht, ob sie dieses Jahr (Zehn-)Tausende von Handtüchern produzieren lassen sollen. Das ist Tradition bei den Franken: In der heißen Eishockey-Jahreszeit liegt zu jedem Playoff-Heimspiel an jedem Platz ein kleines weißes Handtuch, es soll zum Einlauf der Ice Tigers geschwenkt werden. Nur: Wird Nürnberg, sonst eine sichere Nummer, überhaupt in die Playoffs kommen? Man ist Zehnter – in Reichweite des Elften (Krefeld).

Kein Verschnaufen vor den Playoffs

Solche Sorgen haben Mannheim, München, Düsseldorf und Köln nicht. Mannheim und München haben sich bereits für die Champions Hockey League qualifiziert, sie sind vom Dritten nicht mehr einzukassieren. Auch für DEG und Kölner Haie läuft die Saison gut. Auch sie werden dabei sein, wenn das Jahr im März in seine beste Zeit geht. Alle könnten sich zurücklehnen und Kräfte sammeln – doch sie werden es nicht tun. Schließlich treffen sie noch aufeinander, und da geht es mindestens um Prestige. Und darum, vorsorglich Zeichen zu setzen für ein Aufeinandertreffen in den Playoffs. Am Freitag ist Mannheim – München, am Dienstag Düsseldorf – Köln. Zwei Hits zum Ausklang der DEL-Hauptrunde.

München denkt an Mannheim und verliert

Und wie das so ist vor den großen Duellen: Die Spiele davor geraten nicht auf´s Beste. So riss die Serie von elf Siegen und 33 Punkten des EHC München in Krefeld: 2:3-Niederlage in der Verlängerung. Die Adler Mannheim gewannen zwar, aber nicht überzeugend. Ein 6:5 stellt einen Trainer selten zufrieden – und nie, wenn der Trainer der strenge Pavel Gross und der Gegner Bremerhaven ist. München hat den Kopf bei den Mannheimern, die Mannheimer ihren bei den Münchnern. (SIEG RBM: 2,56)

Es geht um den letzten Eindruck

Sechs Punkte trennen Mannheim und München, um die Platzierung geht es nur am Rande. Vielmehr geht es um den letzten Eindruck, den man auf den möglichen Gegner in ein paar Wochen im Finale macht. Momentan liegt der Vorteil bei den Adlern (SIEG MAN: 2,20), die vor Weihnachten binnen zwei Wochen zweimal beim EHC in München antreten mussten. Sie gewannen – Wahnsinnsergebnis – einmal 1:0 nach Penaltyschießen, dann 3:1. Überragend damals: Torwart Dennis Endras, der mit 33 noch unfassbar beweglich ist (auch durch das Privattraining seiner Frau, die Tipps auf Instagram verrät). Zuletzt war Endras aber verletzt, und nach seiner Rückkehr fing er mehr Gegentore als üblich.

Derby-Neuling Lacroix bald Derby-Veteran?

Das Rhein-Derby am Dienstag ist für die Fans von DEG und KEC das vierte in dieser Saison – für einen Mann, der mittendrin sein wird, aber ein völlig neues und vielleicht einmaliges Erlebnis. Dan Lacroix kam kurz nach dem dritten Derby, dem Freiluftspiel im Kölner Fußballstadion, und löste als Trainer Peter Draisaitl ab. Lacroix wird auch nur bis zum Saisonende bleiben – wann immer das sein mag, wie es heißt -, so ist es ausgemacht. Den Derby-Wahnsinn erlebt er nur auswärts, im Düsseldorfer ISS-Dome.

Nach 48 Spieltagen sind die rheinischen Rivalen Dritter (DEG) und Vierter (Haie), punktgleich. Es ist allerdings noch möglich und gar nicht abwegig, dass sie am Ende die Plätze vier und fünf oder drei und sechs belegen. Dann wäre Düsseldorf – Köln oder Köln – Düsseldorf die Viertelfinalpaarung mit bis zu sieben Spielen. Dan Lacroix wäre danach Derby-Veteran.