Duelle um die Felge


1. FC Köln vs. HSV

Wenn der 1. FC Köln (1,77) am Montag den HSV (4,57) zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga empfängt, geht es um mehr als drei Punkte. Gewinnt der “Effzeh” im Duell der Bundesliga-Absteiger, kann er entspannt schon wieder Hotels in München und Dortmund buchen. In diesem Fall könnte man sich beim HSV auf neue Bild-Interviews mit Investor Kühne einstellen. Siegt jedoch der HSV, wird es ein ganz wildes Saisonfinale.

Was Euch erwartet?

Vielleicht erst einmal ein Spiel wie Köln Porz – existent, nicht hübsch anzusehen, aber irgendwann kommt einer und macht mal was (Under 1,5 Tore: 4,25). Denn Köln schoss in dieser Saison zwar bereits 74 Tore. Allerdings fielen 61 Prozent dieser Treffer nach der Pause. Beim HSV sind es zwar erst 39 Tore nach 28 Spieltagen, 56 Prozent davon schossen die Hamburger aber ebenfalls im zweiten Durchgang. Zudem kassierten beide 65 Prozent ihrer Gegentore in der zweiten Hälfte. Im Hinspiel fiel exakt ein Tor, in der 86. Minute durch Pierre Michel Lasogga. Mehr Köln-Porz geht nicht.

Wo Bewegung fehlt, helfen Standards!

Wenn es im Spiel so wenig voran geht, wie zur Rush Hour auf Kölns Straßen, helfen vielleicht ruhende Bälle. Standards sind bei beiden Mannschaften die zweitstärkste Waffe in der Offensive. Köln schoss auf diese Weise bereits 23 Tore, beim HSV sind es zwölf Stück. Während jedoch die Rheinländer vor allem über Ecken (10 Tore) erfolgreich sind, gelangen den Hanseaten acht Freistoßtreffer. Ironie des Hinspiels: Köln ist ein Meister der Crunchtime-Tore (15) und verlor die Partie kurz vor Abpfiff.

Auf wen kommt es an?

In Köln herrscht offensichtlich bei guten Mittelstürmern das gleiche Motto wie beim Kölsch-Verzehr: Eins bringt nichts, drei sind mindestens nötig! Terodde (32 Tore), Cordoba (17) und Modeste (5) stehen Trainer Markus Anfang zur Verfügung, um den “Effzeh” zurück in die Bundesliga zu ballern. In abwechselnden Konstellationen bringen die drei Angreifer die Zweitliga-Verteidiger zur Verzweiflung. In Hamburg hingegen herrscht noch die Leitline – Lasogga und dann lange nichts. Aber vielleicht genügt das auch wieder, wie bereits im Hinspiel.

Ausblick

Köln hat die Möglichkeit, den Aufstieg faktisch einzutüten mit einem Sieg und das in einem Heimspiel. Derweil rückt der HSV mit einer erneuten Krise an: Lediglich zwei der letzten fünf Partien konnten gewonnen werden. Die späte Heim-Niederlage gegen Magdeburg schallt noch immer nach wie eine saftige Ludenschelle. Ein Punkt (3,90) wäre daher für die Hamburger bereits ein Erfolg.