The Heat is on in Berlin

BBL Playoffs 2018: Die Fakten zum 2. Spiel
ALBA BERLIN vs. Bayern München

Den Heimvorteil wussten die Bayern im ersten Spiel des easyCredit Basketball Bundesliga Playoff Finales 2018 nicht zu nutzen. Nach Verlängerung verlor der FC Bayern München Basketball 106:95 gegen ALBA BERLIN. Die zweite Begegnung am Donnerstag soll nun endlich den erhofften Sieg (Sieg FCB: 2,24) und somit den Ausgleich im Kampf um die Meisterschaft bringen. Ein weitere Niederlage in der Hauptstadt würde jedoch den Kopf von Uli Hoeneß wieder in den berühmten Feuermelder im Alarmmodus verwandeln.

Was Euch erwartet?

Mit Sicherheit kein Spaziergang für die Bayern in Berlin. Denn die Berliner Basketballer haben mit dem Sieg in München noch einmal an Selbstbewusstsein dazu gewonnen und wurden in ihrem Spielstil bestätigt. Das extrem hohe Tempo im Spielaufbau hat die Münchener und ihre aggressive Verteidigung phasenweise völlig aus dem Konzept gebracht.

Typisch Berlin: Immer für einen Dreier gut

Zeitweise lag ALBA BERLIN im ersten Playoff Finalspiel mit 11 Punkten in Führung. Zudem konnten die Basketballer von ALBA BERLIN einmal mehr ihre Überlegenheit jenseits der Drei-Punkte-Linie unter Beweis stellen. Lag der Saisonschnitt bei den Berlinern bis zum Spiel 1 bei rund 42 % erfolgreichen 3er-Distanzwürfe, waren es bei den Süddeutschen nur 37 %. Bärenstarke 64 % der Berliner Drei-Punkte-Würfe fanden jedoch im ersten Duell um die Meisterschaft in den Korb. Die Bayern hingegen blieben sogar noch unter ihrem Saisonschnitt und trafen lediglich 31 % ihrer Drei-Punkte-Würfe.

Aber auch von der Freiwurf-Linie blieb die Hauptstadt cooler als der Berliner Friedrichshain am Samstag Abend und übertraf den Süden um Längen. Satte 86 % aller Freiwürfe landeten im Ziel – bei so viel Treffsicherheit bekommen sogar Dart-Profis feuchte Augen.

Auch in der Mercedes Benz Arena wird der Erfolg an der Drei-Punkte-Linie darüber entscheiden, ob ALBA BERLIN Sieg Nummer 2 (Sieg ALBA: 1,65) mit einem satten Vorsprung einfahren kann (Alba +6 Vorsprung: 2,25).

Auf wen kommt es an?

Einer überragte alle im ersten Spiel, musste jedoch am Ende um den Sieg zunächst zittern. Marius Grigonis erzielte 30 Punkte für ALBA BERLIN, verwandelte 5 von 7 Drei-Punkte-Würfen und traf 13 seiner 14 Freiwürfe. Zog aber auch 5 Fouls und konnte die Verlängerung nur von Außen verfolgen. Hier bewies jedoch Luke Sikma Führungsstärke und bewies, warum er zum MVP der regulären Saison gewählt wurde. Kann das Team die Leistung bestätigen, könnte es zur Vorentscheidung in der Meisterschaft kommen.

Auf Bayern-Seite erhoffte man sich eine ähnliche Top-Leistung von Jared Cunningham. Der wurde jedoch von Akeem Vargas an die Ketten gelegt und kam schlussendlich nur auf 13 Punkte. Im Pokalfinale sammelte er noch 28 Zähler, allein 7 davon in den letzten dreieinhalb Minuten. Je nachdem wie Cunningham sich seiner Bewacher entledigen kann, steigen oder sinken die Chancen für einen Sieg der Bayern. Zudem erfreulich: Vladimir Lucic feierte sein Comeback in Spiel 1 und kam direkt auf 13 Punkte.

Ausblick

Beim FC Bayern München Basketball liegt nun der größte Druck. Verliert man auch Spiel 2, kann bereits 3 Tage später die Meisterschaft entschieden werden – zu Gunsten von ALBA BERLIN. Und das vor eigenem Publikum sowie Präsident Uli Hoeneß. Zähne ziehen ohne Betäubung muss sich wohl genau so anfühlen.

ALBA Berlin hingegen kann den Schwung aus dem ersten Duell mitnehmen und weiter sein Spiel durchziehen. Für das jüngste Team des diesjährigen BBL Playoffs ist es aber auch ein Härtetest, ob sie erneut die Nervenstärke aufbringen und den Vorsprung ausbauen können. Die Basketballfans können sich hingegen auf einen heißen Tanz in der Mercedes-Benz Arena einstellen.